Category: Gesellschaftliches

Tagesgedanken XXXI

Immer stelle ich mir die Frage, was es bedeuten würde, wenn der Mensch alles verstünde, also die physikalische Welt, den Aufbau seines Geistes und und und.
Nenn die Frage absurd oder dumm, das mag sein.

Wenn der Mensch alles verstünde, bliebe kein Rest mehr.
Und das kann ich mir nicht vorstellen!

Ich wundere mich, daß es offenbar noch keinen Beweis für diese Unmöglichkeit gibt. Für alles mögliche gibt es Beweise, etwa daß es Widerspruchsfreiheit in der Mathematik nicht gibt. So verstehe ich Kurt Gödel, ohne daß ich Mathematiker bin.

Der Mensch hat einen Apparat, mit dem er sehen und verstehen kann. Per se ist es eben ein Apparat. Wie soll ein solcher alles sehen können?

Das klingt so simpel, daß es eigentlich klar sein sollte, daß der Mensch scheitern muß, jemals die Welt in sich reinzuholen. In dieser Formulierung klingt ja auch schon die Unmöglichkeit auf.

Was aber dann ist erreichbar? Was an Verstehen kann der Mensch überhaupt erreichen? Selbst darauf scheint es keine Antworten zu geben.
Was, wenn er dunkle Materie und Energie “verstehen” würde, was für Fragen würden danach in Folge auftauchen?

Ich tröste mich derweil mit schönen Fotos:

Fremdsprachen

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Horizont
kleinkariert
eintreten
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Ich mochte Französisch in der Schule. Auch mochte ich unserern Lehrer, der Bewertungen in ein Heft mit kleinen Karos eintrug.
Kleinkarierte Zahlen waren das! Mir war dieses penible Verhalten angenehm, ich mochte diese Akribie. Zwar trifft sich Pingeliges des öfteren mit Sturheit und Unverrückbarkeit, aber gleichzeitig kann es wie hier den Geruch von Substantiellem haben.
In sein Heft füllte der Lehrer ein Orchester von Noten, die schillernd das wiedergaben, was in der Klasse “los war”. Für jede Note verwendete er eine andere Farbe.

Obwohl ich Französisch eigentlich mochte, schrieb ich nur Sechsen. Das ging über meinen Horizont. Ich nahm einen Nachhilfelehrer, aber selbst dann kam eine weitere Sechs.
Ich fragte mich, wann denn endlich eine Besserung eintreten würde?!
In der vierten Arbeit schrieb ich eine 4-. Obwohl ich gedacht hatte, daß der Bann endlich gebrochen sein müsste.

Ich hatte auch Probleme in Geschichte. So wie Geschichte damals gelehrt wurde, nicht unverständlich.
Ein weiteres Fach bereitete mir zusätzlich Kummer.

Nun kam es zur 5. und letzten Arbeit.
Ich tat alles, was möglich war.

Als das Ergebnis verkündet wurde, sagte der Lehrer eingangs: Ich habe etwas erlebt, was ich noch nie zuvor erlebt habe: Gerhard hat die klassenbeste Arbeit geschrieben!

Plötzlich zu einer Einheit werden

Das folgende Foto von Myriade in ihrer neuen Folge der Impulswerkstatt erinnerte mich an eine jüngst stattgefunden habende Aufklärung durch Hans-Joachim Schlichting.

Ich sah in einer Regentonne hilflos Insekten treiben. Der Wind trieb sie in einer Kreisbewegung um die Mitte herum um.

Wieso konnten sie sich nicht befreien?

Joachim sagte, daß der Insektenkörper wasserliebend ist. Hydrophil sagt man dazu. Ist der Körper benetzt, verbindet sich das Wasser am Körper leicht mit dem der Tonne. Das Wasser bildet so eine zusammenhängende Einheit und das Flieglein wird so zum Teil eines Systems. Dieser Wasserverbund wirkt sich dann wie Klebstoff aus.
Aber wenn das so ist, wieso landen dann die Fliegen überhaupt auf dem Wasser?
Nein, das tun sie natürlich nicht. Sie trinken vom Rande her, können aber durch Unfälle ” ins Netz des Wassers” geraten. Dann strampeln sie in der “Klebemasse” und kommen durch Winde unweigerlich mehr hin zur Mitte des Trogs, wo ich sie evtl. noch zappelnd vorfinde.


Sich kümmern

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Horizont
kleinkariert
eintreten
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Seit einiger Zeit bin ich Mitglied einer Schmetterlingsgruppe des Bundes Naturschutz. Diese Gruppe trifft sich etwa alle drei Wochen.

Was in den Treffen vorgebracht wird, sind sowohl persönliche Erfahrungen wie mit der Aufzucht von Schmetterlingen als auch wissenschaftliche Artikel.

In jedem Fall erweitert das meinen Horizont.
So lernte ich, daß es neben dem Verlust von Lebensräumen, Abnahme der Qualität von Habitaten, Pestiziden, Lichtverschmutzung , invasive Arten und Klimaerwärmung auch den Faktor Wetteranomalien im Rückgang der Insektenpopulationen gibt, wie z.b. der kalte Mai dieses Jahr, der großen Einfluss hatte.

Solche Statistiken sind sehr pingelig zu überprüfen, kleinkariert ist so etwas nicht, denn diese Auswertungen sollen ja auch Vorrausagen dienen können.

Mühsam erscheinen mir die Aktionen der Naturschutzverbände. “Wie ein Tropfen auf dem heißen Stein”, so könnte man manchmal denken. Aber daß diese Leute sichtbar für Verbesserung eintreten und etwa Vogelpopulationen dort hosten, wo sie jedes Jahr ihre Brutstätten haben, ist ein wichtiger Beitrag, ohne das die Gesamtlage nur mehr ärmer werden würde.