Category: Gesellschaftliches

Die Kräfte des Mondes

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Krisenmodus
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Das Rund des Monds war zu erahnen, die Sichel war von Licht gestreift. Schön hing das Rund im Himmel, wie eine Waage, schwer, eine wahre Konstante. Fast physisch greifbar, aaach! Wie im Traum! EIn Juwel!

Früher achtete er kaum auf ihn. Er war ein rationaler Mensch gewesen, alle Gefühlsduselei war ihm fremd.

“Dir entgeht was. Ich empfehle dir einen Mondkalender, der erklärt dir deine täglichen Stimmungen” , sagte einst Erika, seine Arbeitskollegin.

Frech war sie, wie immer, diese Erika!! Eminent faul war sie auch, manchmal war er im Krisenmodus, wenn er mit ihr zusammenarbeiten musste. Alles musste er ihr haargenau auseinanderklabüstern.

Da passierte es eines Tages, daß er sich ausgerechnet in eine Frau mit Sinn für Esoterik verliebte.
Er sah sie auf einem Konzert und war von ihrer Ausstrahlung ganz weg. Sie schien die Freude selbst!
Das mit ihren Überzeugungen erfuhr er erst später von ihr, da war er aber schon völlig gefangen.

Nun änderte er seine rationale Haltung grundlegend, auch natürlich dem Mond gegenüber.
Erika hätte, wenn sie das gewusst hätte, gesagt: Na siehste!

Betrachtungen zu Gegenwartskunst

Das folgende Foto von Myriade in ihrer neuen Folge der Impulswerkstatt lies mich an so manche Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst denken.

Vorab zu sagen: Ich bin Gegenwartskunst grundsätzlich zugetan, habe so manches Interessante in den letzten Jahren sehen dürfen.

Das Foto oben lässt mich an ein Magazin zu aktuellen Trends in der Keramik denken. Da schaue ich ab und an rein und bin bisweilen verblüfft über so manche Versuche der Neudefinition von Keramikkunst. Dieses Leinwandwerk oben jedenfalls wirkt wie eine Skizze zu einem solchen Werk.
Ein umgedrehtes, möglicherweise hohles U ist mit farbiger Struktur überhäuft, möglicherweise wie aufgedruckt. Als wäre das nicht genug, ist diese Form “verkleistert” mit einem bläulichen Gewebe, das offenbar sogar links ein Vergrösserungsglas einschliessen mag.
So weit so gut.
Keramisch liese sich so etwas konstruieren. Mit Metallresten und Paperclay als “Klebemittel”.
Die Frage ist nur: Zu welchem Zweck? Was soll das Werk transportieren, was will es sagen? Will es Kunst negieren oder das Zufällige zur Kunst erheben?! Die Idee dahinter sollte zwar nicht unbedingt unmittelbar, aber dennoch auffindbar sein.

“Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“

Mit Kunst ist es genau so. Nicht jede Kunst erschliesst sich, oft braucht es zusätzliche Erklärungen, um sie einzuordnen und ihre Intention zu verstehen.

Manche neuzeitliche Plastik auf Plätzen habe ich schon verschmiert oder sogar beschädigt gesehen.
Stellt man einen David auf, wie von Michelangelo in Florenz, da stört sich wohl niemand, da er naturalistisch gefasst ist. 
Dagegen ist Gegenwartskunst in vielen Fällen erklärungsbedürftig. Manches “Experimentelle” erschliesst sich nur einem ausgewiesenen Kunstkenner, deswegen frage ich mich manchmal, wieso man solche ehrgeizige Kunst öffentlich auf einem Platz zeigt.

Letzthin war ich in der Schirn und sah die wahrlich großartige Videoshow vom John Akomfrah. So durchgerüttelt war ich selten von einer Präsentation. Das war politische Kunst. Eine in Teilen ästhetische Schau, auch mit erschreckenden Bildern anbei und zugleich eine Geschichtsstunde. Eine Saga über die Menschheit an sich.
Das Gezeigte war im Grunde selbsterklärend. Aber das hies keinesfalls, daß danach nicht intensive Diskussionen zum gezeigten Material folgten.

Danach sind wir noch in ein weiteres Museum gegangen, die günstige Tageskarte verleitete dazu.

Was wir aber da zu sehen bekamen, ebenfalls Gegenwartskunst, hatte augenscheinlich weit weniger Gewicht. Das meiste wirkte willkürlich. War es natürlich nicht, konnte es nicht sein, aber es fiel ab. Hätten wir John Akomfrah davor nicht gesehen, würden wir vielleicht mehr als das eine oder andere Werk enträtselt haben. So aber sind wir enttäuscht aus diesem Museum gegangen.

Kunst muss vorranschreiten, sie kann nicht stehen bleiben, sonst wird es langweilig. Ewig alte Meister “anbeten” kann es nicht sein. Dennoch müssten m.E. neue Entwürfe direkt anregen können, ohne eine längere Interpretation zur Hand nehmen zu müssen.

Aber ich merke, auch diese letzte Definition von lesbarer Gegenwartskunst greift nicht völlig. Was gute Gegenwartskunst ist, wird wohl immer Streitpunkt bleiben.


Ein schöner Plan

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Krisenmodus
faul
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Seit längerem war Horst im Krisenmodus, es gefiel ihm nicht mehr im Land. Die Nachrichten machten ihn irre. Er sog das Negative sozusagen auf. Alles schien sein Urteil zu bestätigen.

Er maulte und schimpfte, er konnte sich bald selbst nicht mehr leiden.

Seitdem er Rentner war, spekulierte er mit dem Ausland.

Ein Freund hatte ihm die Kanaren empfohlen. Nach seinem 67ten Geburtstag wollte er nicht mehr länger faul sein und kaufte ein Apartment dort. Nägel mit Köpfen sozusagen.

Seinen Lebensabend bei guten Temperaturen und freundlichen Menschen verbringen, das hatte mächtig Anreiz ausgeübt. Es blieben ihm sicher noch ordentlich viel Jahre. Da war er sich sicher.
Das würde ein wahres Fest werden. Ein wahnsinnig guter Traum.

Er sah sich zum Schluss all dieser kommenden, wunderbaren Jahre auf seiner Veranda sitzen, von wunderbarer Wärme gestreichelt und langsam hinüberdämmern.

Zuhause ist zuhause

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Krisenmodus
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“Wenn du mit so einer Laune kommst, kannst du gleich wieder nachhause fahren!”

Erika meinte das ernst. Rolf war am Freitag direkt nach dem Büro zu ihr gefahren, 150 km. “Ich hätte das auf Samstagmorgen verschieben sollen”, dachte er jetzt.

“Und in dein Handy schaust du auch immer. WP, Whatsapp und ähnliches?! Wo ist deine Aufmerksamkeit für uns eigentlich ?!”

Recht hatte sie. Aber schon wieder Krisenmodus, obwohl das Wochenende doch erst angefangen hatte!! Er war auch zu faul gewesen, ihr Blumen mitzubringen. Das Geschäft war zu, einen Umweg über den Bahnhof wagte er nicht, war eh spät dran. Dabei hatte ihm ein Freund empfohlen, nie Blumen zu vergessen.

“Mein Chef war heute nicht auszuhalten. Er hat mir sogar eine Arbeit für zuhause aufgetragen.”

“Dann mach das schön zuhause, dafür brauchst du mich nicht !”

Widerspruch half da nicht, also packte er sein Bündel.