Category: Etüden

Kann man Kunst lassen?

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

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Er erkannte den Mann nicht. Der hatte sich gerade seiner Frau als alten Bekannten vorgestellt.
Erst so nach und nach dämmerte ihm, wer er war.

Ein Künstler war er, einst mit großen Ambitionen. Zu Recht. Denn er hatte es raus.
Aber das war offenbar “einmal”.

Es gab eigentlich keinen Vorboten dafür, wieso er plötzlich die Kunst aufgegeben hatte.

Jetzt hatte er Berührungsängste mit ihr, ihn schauderte regelrecht. Er lehnte sie keinesfalls abgrundtief ab, aber sie war quasi ausserhalb von ihm, nicht mehr zu ihm gehörig.

Konnte er sein einstiges reiches künstlerisches Talent durch irgend etwas ersetzen? Es sah nicht danach aus.
Kann man ohne Kunst leben, wenn man doch einst für sie brannte?! Wie geht so etwas?! Wie geht das?

Extravagant wirkte der noch junge Mann auf ihn. Verspielt irgendwie. Leicht auch…

Doch als er ihn später nochmal zufällig sah, wirkte er wie versteinert.

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143 Wörter

Lernfähig sein

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Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

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Wie ist es, wenn man zur Aufklärung angehalten wird?

Man versucht meist, nur das Offensichtliche zuzugeben, etwas, was breit und lange schon offen liegt.
Und selbst das weithin Offene ist ja auch nicht allen bekannt! Wieso also das nicht allen Bekannte extra noch mal zugeben?

Viele wollen ja auch nichts wissen vom Verderbten. Sie möchten ihre Ruhe haben. Sie wollen ihre Tradition weiter pflegen.

Was aber, wenn als Vorbote eines Sturms sich jemand anschickt, doch etwas in die Öffentlichkeit hinein zu pressen?! Kann man dann den Sturm noch wehren?
Am besten wartet man den Sturm mal ab!
So abgrundtief wird der doch auch nicht toben?! Oder?! Ist meist eh nur eine kurze Angelegenheit.

Ausserdem: Eine teure Statue ist schnell entfernt. Was setzt man denn dann dort anstelle der Statue hin? Etwa ein Merkmal der Schande?!?! Das wollen doch sicher die Mitglieder nicht. Das wäre eine Entweihung des Ortes!. Nein, ersetzen muß man die Statue anders. Wie wäre es, den Vorvorgänger oder den Vorvorvorgänger zu verewigen? Von denen ist definitiv nichts bekannt – woher auch.

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173 Wörter

Geld in die Hand nehmen

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Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

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Es kam wie es kommen musste: Ernst war da gewesen und hatte Gudruns Keller moniert. Da könnte man doch was draus machen anstelle Gerümpel aufzubewahren. Das war wie ein Vorbote des Kommenden.

Eine Woche später kam er mit Rudolf an, einem Innenarchitekten. Der meinte, bevor man da ranginge, müsste man Heizungsrohre in die Wände legen, die die Feuchtigkeit darin minimieren.

“Da brauchst Du nichts zu ersetzen, einfach von der Heizung Rohre ableiten. Das muß allerdings vorher geklärt werden, ob das die Heizung kann.”

Ui, ui, das klang nach Geld in die Hand nehmen, dachte sich Gudrun. Wieso habe ich Ernst meinen Keller gezeigt gehabt? Und: “Wie hasse ich abgrundtief mein Unbedarftsein!”. Ich rieche den Braten nicht, ich merke nichts, ich bin einfach zu schlicht für diese Welt.

“Wegen der Heizung spreche ich mit Ulli, der kann evtl. die Heizung dafür bereit machen”.

Das wird ein wunderbarer Raum für unsere Skartrunde, Gudrun, meinte der Ernst. Da dein Mann Philipp ja das Kartenspiel hasst, wären wir hier gut aufgehoben. Er kann dann oben den Tatort gucken.”

“Ja, für Philipp wäre das eine klasse Lösung”, meinte Gudrun.
Im Grunde war das eine gute Idee, dachte sie sich..

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194 Worte.

Schach zu Früher Stunde

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Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

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Die Spieler trafen sich wie immer samstags in der Kneipe zum Schachspielen. Erwin brachte das Spiel und die Uhr mit. Zwei wurden ausgelost und begannen eine 5-Minuten-Partie. Der Verlierer musste den Platz räumen und der nächste rückte nach. Manchmal blieb einer so 4 oder 5 Partien als Sieger an seinem Stuhl kleben.

In der Kneipe wurde viel geraucht. Das kümmerte die Passionierten aber nicht.
Nur reinreden war nicht erlaubt, das störte doch sehr. Erwin meinte manchmal: “Die Stellung verträgt keinen Hauch!”.

So wurde es später Abend.

Erwin hatte noch nicht genug, lud den Rest der Leute zu sich nachhause ein. Zwei folgten der Einladung. Sie dachten wohl an eine weitere Stunde, aber Erwins grimmiger Ausdruck war Vorbote genug, daß es länger werden würde.

Da zockten sie nun zu dritt in Erwins Studierzimmer noch einige weitere Stunden. Erwin wurde immer stärker, die anderen zwei spielten zum Teil abgrundtief schlecht. Zu ersetzen war nun mal mangelnde Frische nicht, auch nicht durch besonderen Kampfgeist.

Kurz vor 7 Uhr raschelte es draussen.

Erwins Frau kam rein. Statt dem Nudelholz brachte sie aber Kaffee und Kuchen.

Auch der Kaffee verhalf den Zweien nicht zu besserem Spiel und so gingen sie um 9 Uhr nachhause.
Erwin hatte dafür Verständnis.

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205 Worte.