Author: kopfundgestalt

Üppigkeit

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt

Als ich diese Schneelandschaft sah, mit jemand, der gerade einen Schneemann baut, fiel mir das Adjektiv “üppig” ein.
Schnee gab es ja zu meiner Kindheit reichlich und üppig.

Was gibt es da für Synonyme? Reichheit, Vielfalt, Oppulenz…Fülle. Alles Worte, die etwas ähnliches beschreiben.

Fülle ist ein Wort, bei dem es nicht primär um eine Oppulenz geht, sondern um “positiven, unschuldigen”, , erlebten Reichtum.
Wenn ein Tag Fülle aufweist, dann ist er meist sehr gelungen. Dann ist er so, wie er sein soll. Ein Mehr gibt es dann nicht!
Man darf Freude empfinden, wenn sich ein Tag so entwickelt:
Etwas Besonders erworben haben, ein gutes Gespräch geführt haben, etwas gefixt haben, etwas verstanden haben, die Natur in ihrer Schönheit direkt erlebt haben.
Ohne Sorgen gewesen zu sein…

Das Wort Fülle gefällt mir.
Allein die Gier nach Fülle nicht. Da wird für mich ein Rubikon eine Grenze überschritten.

Drabble Dienstag – Im November

Wieder nehme ich an einem Drabble-Dienstag teil, hier von Puzzle ausgerufen.
*

Erna, die vom Klassentreffen zurückkam, bezeichnete dieses als sehr schön und wohltuend. Aber sie war auch froh, wieder zuhause zu sein.
Dem Mittelalter zugehörig, das waren die allermeisten.
Obwohl, ganz stimmte das so nicht, denn so mancher hatte schon Operationen hinter sich. Die üblichen Sachen: Gelenke und Bandscheiben.

Einige wenige wirkten schon alt. Kein Wunder, dachte Erna, sie hatten ihr Dorf ja nie verlassen. Sowas soll des öfteren vorgekommen sein.

Irgendwie verschieden waren sie trotzdem alle. Es gab kaum eine gemeinsame Klammer. Nur das ungefähr gleiche Jahr, in dem sie ins Leben getreten waren, war das gemeinsame Band.
Sonst nichts.

Das innere Auge

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt

Augen, nichts als Augen…
Ein Gehirn verarbeitet äussere Sinneseindrücke, etwa die seiner Augen.
Augenleistungen können sehr verschieden sein: Insekten nehmen ein anderes, ein von uns verschobenes Farbspektrum wahr – da spielt Rot keine Rolle, dafür aber Ultraviolett. Diesem besonderen Spektrum dienen Blütenpflanzen zu.

Manche Insekten haben einen elektrischen Sinn, Bienen und Hummeln etwa. Sie merken an dem Ladezustand einer Blüte, ob sie gerade von einer anderen Insekt besucht wurde. Dann müssen sie nicht mehr hin.
Auch der Magnetsinn ist allgemein bekannt. Auch da können wir Menschen nicht mithalten.

Wenn man von den Sensoren spricht, die all diese Dinge wahrnehmen (können), muß man auch auf die sogenannte innere Verarbeitung, das Nach-Innenschauen zu sprechen kommen. Dies mag das Bild von Myriade andeuten, mit dem dritten Auge.
Jedes Tier verarbeitet innere Impulse und Wahrnehmungen, so wie wir.
Da man schon herausgefunden hat, daß Bienen wohl träumen können, muß man annehmen, daß sie da Futterwege memorisieren.
Für uns Menschen ist “innere” Verarbeitung essentiell.
Im Grunde zählt unser Inneres mehr als die äusseren Sensationen.
Im Innenleben findet das Leben statt.
Dabei spielt die Vergangenheit immer auch eine essentielle Rolle.
Die verlieren wir nie aus den Augen.

Don’t judge

… a book by its cover

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt


Ich sprach unlängst mit jemandem privat über meine Bundeswehrzeit.
Andere studierten, ich diente. Oha!

Ich lernte durchaus auch einiges während diesem Dienst. Etwa:
Ein verlotterter dürrer Mitsoldat, kaum mehr Zähne habend und offenbar Alkoholiker und Vielraucher, leihte sich bei mir ab und an 20 Mark.

Diese 20 Mark bekam ich immer zurück!
Dieser Mensch war, trotz seines Aussehens, ein nobler Mensch: In seinem Verhalten und seinen Gedanken.