Author: kopfundgestalt

Werden und Vergehen

Im Kunstverein Frankfurt wurde eine Arbeit von Alberto Burri gezeigt.

Burri hatte angeregt, ein von einem Erdbeben zerstörtes Dorf, Gibellina, unter einer 1.50 m hohen Schicht aus weißem Zement zu “versiegeln”.

Dieses Werk (Fläche 90.000 Quadratmeter) brauchte sehr lange bis zu seiner Vollendung. Es fehlte zwischenzeitlich das Geld.

Es ist ein Ort der Stille, der Trauer und des Schmerzes.

Mit der Zeit wird auch dieses Material brüchig und wird vergehen.

Es gibt einen Verein, der diesem allmählichen Zerfall (und dem Vergessen) trotzen und den skulpturalen Körper und sein Weiß pflegen will.



R

*

Einen weiteren Buchstaben geformt.

Vor dem Konzertabend am Sonntag die nötigen Teile geformt
und dann am nächsten Morgen zusammengefügt.

Dabei den ganzen Montag immer wieder nachgebessert.

Am dritten Tag, dem Dienstag, noch eine leichte Korrektur.

So kann jetzt das Teil trocknen.

Drabble Dienstag – Dahinter

Wieder nehme ich an einem Drabble-Dienstag teil, hier von Puzzle ausgerufen.
*

In einer Kiste auf dem Speicher befanden sich Schriftstücke seines Großvaters. Darunter waren aber auch anonyme Schreiben, die nicht von ihm stammten. Die hatte Großvater offenbar bewahrt, weil er sie für wichtig befand.
Es handelte sich einzig um Philosophie.
Zunächst dachte er an einen guten Freund, der dem Großvater seine Gedanken gelegentlich mitgeteilt hatte.
Das philosophische Wissen, daß aus diesen Zeilen sprach, passte nicht zum bäuerlichen Umfeld, aus dem der Großvater stammte.
Offenbar steckte doch mehr in ihm als gemeinhin geglaubt wurde.
Erst beim wiederholten Stöbern fand er einen Vermerk: Luise.
Der Schreiber war also weiblich gewesen.
Wer war sie?