Author: kopfundgestalt

Geld in die Hand nehmen

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

*

Es kam wie es kommen musste: Ernst war da gewesen und hatte Gudruns Keller moniert. Da könnte man doch was draus machen anstelle Gerümpel aufzubewahren. Das war wie ein Vorbote des Kommenden.

Eine Woche später kam er mit Rudolf an, einem Innenarchitekten. Der meinte, bevor man da ranginge, müsste man Heizungsrohre in die Wände legen, die die Feuchtigkeit darin minimieren.

“Da brauchst Du nichts zu ersetzen, einfach von der Heizung Rohre ableiten. Das muß allerdings vorher geklärt werden, ob das die Heizung kann.”

Ui, ui, das klang nach Geld in die Hand nehmen, dachte sich Gudrun. Wieso habe ich Ernst meinen Keller gezeigt gehabt? Und: “Wie hasse ich abgrundtief mein Unbedarftsein!”. Ich rieche den Braten nicht, ich merke nichts, ich bin einfach zu schlicht für diese Welt.

“Wegen der Heizung spreche ich mit Ulli, der kann evtl. die Heizung dafür bereit machen”.

Das wird ein wunderbarer Raum für unsere Skartrunde, Gudrun, meinte der Ernst. Da dein Mann Philipp ja das Kartenspiel hasst, wären wir hier gut aufgehoben. Er kann dann oben den Tatort gucken.”

“Ja, für Philipp wäre das eine klasse Lösung”, meinte Gudrun.
Im Grunde war das eine gute Idee, dachte sie sich..

*

194 Worte.

Schach zu Früher Stunde

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

*

Die Spieler trafen sich wie immer samstags in der Kneipe zum Schachspielen. Erwin brachte das Spiel und die Uhr mit. Zwei wurden ausgelost und begannen eine 5-Minuten-Partie. Der Verlierer musste den Platz räumen und der nächste rückte nach. Manchmal blieb einer so 4 oder 5 Partien als Sieger an seinem Stuhl kleben.

In der Kneipe wurde viel geraucht. Das kümmerte die Passionierten aber nicht.
Nur reinreden war nicht erlaubt, das störte doch sehr. Erwin meinte manchmal: “Die Stellung verträgt keinen Hauch!”.

So wurde es später Abend.

Erwin hatte noch nicht genug, lud den Rest der Leute zu sich nachhause ein. Zwei folgten der Einladung. Sie dachten wohl an eine weitere Stunde, aber Erwins grimmiger Ausdruck war Vorbote genug, daß es länger werden würde.

Da zockten sie nun zu dritt in Erwins Studierzimmer noch einige weitere Stunden. Erwin wurde immer stärker, die anderen zwei spielten zum Teil abgrundtief schlecht. Zu ersetzen war nun mal mangelnde Frische nicht, auch nicht durch besonderen Kampfgeist.

Kurz vor 7 Uhr raschelte es draussen.

Erwins Frau kam rein. Statt dem Nudelholz brachte sie aber Kaffee und Kuchen.

Auch der Kaffee verhalf den Zweien nicht zu besserem Spiel und so gingen sie um 9 Uhr nachhause.
Erwin hatte dafür Verständnis.

*

205 Worte.

Die Uhr

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

Für meinen kleinen Text war mir “Vor dem Gesetz” von Kafka ein Anlaß.

*

Als P. zum Tor von Tres Beau Village kam, von dem man ihm gesagt hatte, daß man dort unbeschwert und bar aller Sorgen leben könne, hielt ihn jemand auf.

“Hier kannst Du nicht rein”.

Aber wieso denn?

“Ich kenne Dich nicht!”

“Freilich kennst Du mich nicht. Ich möchte mich doch dort drin vorstellen”.

“Du kommst da nicht rein!”.

Verdammt, dachte sich P. Sein Freund K. hatte ihm in viel zu überschwenglichen Worten vom Village erzählt. Das war eigentlich wie ein Vorbote dafür, was ihn hier erwartete.
Was konnte er nur tun, um an diesem Mann vorbeizukommen?

Da sah er des Mannes Uhr, sie schien sehr alt. Ausserdem lief sie viel zu schnell!

P. log ungern, das hasste er abgrundtief. Aber was blieb ihm übrig?

“Da hast Du aber eine alte Armbanduhr. Ich kann Dir eine goldene besorgen, mit Brillianten drumherum. Das würde sie mehr als ersetzen.”

“An der Armbanduhr ist nichts Verkehrtes”, brummte der Mann.

“Aber sie läuft viel zu schnell!”.

“Ja, wenn Du dich mit mir abgibst, dann tut sie das.
Hier kommst Du nicht rein”.

Jetzt hatte er schon einen Nachmittag verbracht, viel zu viel, um aufzugeben.

“Was muß ich denn tun?”

“Abwarten”, sagte der Mann.

“Auf was warten?”
“Bis das Tor frei ist”.

Nun war es Abend geworden, der Mann war nicht gewichen. P. setzte sich an den Strassenrand und wartete.

Am nächsten Morgen, P. war eingeschlafen, sah er immer noch den Mann. Dessen Bart war merkwürdig lang gewachsen, reichte bis zum Boden.

Voller Schreck sah er, daß mit ihm Gleiches passiert war. Auch konnte er sich kaum aufrichten. Er kam sich sehr gebrechlich vor.
Plötzlich war der Mann verschwunden. Jetzt war die Chance. Doch er kam kaum voran. Er war sehr sehr müde geworden. Plötzlich wusste er auch nicht mehr, was er dort drin eigentlich wollte.

*

300 Worte.

Schönheit bis ins Allerkleinste

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

Letzthin konnte ich überraschend die sogenannte Mistbiene, die ja in Wirklichkeit eine Schwebfliege ist, fotografieren. Für mich ist sie der Vorbote des Herbsts und nach meiner Erfahrung dann auch die letzte Schwebfliege im Winter.

Dieses Hobby mit den Insekten ist nicht so leicht zu ersetzen.. Zumal ich in diesem Jahr ja auch wieder einige ganz neue Vertreter dieser Gattung fotografieren konnte.
Noch ist der Aufwand dafür überschaubar – und ich mache es ja gerne, täglich meine Fotos zu sichten.
Dank “bearbone”, einem Mitblogger, habe ich nun eine App, die einigermaßen zuverlässig ist und mir die zuvor manchmal abgrundtief schwere Arbeit der Bestimmung erleichtert.

Ich bin durch meine Fotografiererei zu der Meinung gekommen, daß die Natur nicht geizt. Sie verschenkt nämlich Schönheit in Funktion, Struktur und Farben auch an seine kleinsten Vertreter. Ich bin sogar der Auffassung, daß das auch bis in ganz kleine Dimensionen so geht, etwa bei Großmolekülen.

Dieses mir liebe Hobby werde ich aber nicht ausweiten, also etwa in spezielle Gebiete reisen, um neue Insekten kennenzulernen. Das wäre zuviel des Guten. So wie es ist, ist es gut.