Ansporn?! Ja oder nein?

Zu Anfang Juni 2025 machte ich einen Fund, der zunächst eine Neuentdeckung für Deutschland war:

Eine Wanze, die es bei uns nicht geben sollte.

Mittlerweile hat der Zoologe Hartung aus Münster erklärt, daß diese Wanze doch schon einmal 2023 in Hessen gesichtet wurde. Aber noch nicht in Bayern.

Ich habe als Insektenfotograf schon so manches seltene Tier fotografieren können. Dementsprechend sollte mich dieser Fund eigentlich anstacheln, noch mehr Zeit in dieses Hobby zu stecken.

Ich bin da etwas ratlos.

Ich möchte eher gerne reduzieren.

Eigentlich gilt aber auch, wie sonst im Leben:
Was man gut kann (mittlerweile), sollte man nicht ohne Not aufgeben.

So stütze ich mich auf eine Handvoll Hobbies und anderes kommt da kaum mehr rein.
Es wird so bleiben.

36 thoughts on “Ansporn?! Ja oder nein?

  1. Ich wollte auch schon fragen, wie die schöne Wanze heißt. Egal, sie ist wirklich schick, wie so einiges aus dem Süden oder Osten zu uns kommt. Wie wäre es denn damit, daß alles seine Zeit hat? Mir sind die Tage auch oft zu kurz, ich merke aber Insektenzeit ist Sommerzeit. Winter ist bei mir eher Lese- oder Zeichenzeit. Manchmal bleibt die Kreativität auf der Strecke, dann der Blog oder oder oder. Spätestens wenn es dir keine Freude mehr macht, dann ist die Gewichtung wohl nicht die Richtige. Ansonsten, es ist, wie es ist. Oder du mußt den Tag ganz stark einteilen, aber wer hat dazu schon Lust?

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  2. Das Wänzchen wirkt besonders durch die Verschmelzung mit dem Blattgrün so außergewöhnlich, fast meint man ein überschlankes Insekt nur in schwarz vor sich zu haben. Sehr interessante Entdeckung!
    Vielleicht kannst du ja durch die Reduktion auf zwei Stunden Fotos Zeit für das Lesen rausschnitzen.
    Aber – seufz! – die Tage sind wirklich zu kurz, schade, dass man schlafen muss!

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    1. Aufs Schlafen könnte ich glatt verzichten!

      Was ich ja auch sagen wollte in dem Artikel: Solche Funde macht man nur, wenn man viel Zeit reinsteckt. Das ist nicht zu haben, wenn man beiläufig fotografiert.
      Deshalb habe ich ja 2025 soviel neues für mich gefunden. Dachte ja 2023, das fotografieren in diesem Bereich sei von den Findungen her erschöpft.
      Dem ist aber nicht so: Konzentration gebiert Neues.

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  3. Das alte Dilemma: der Tag ist einfach zu kurz! Ich stelle jeden Abend fest, dass ich mal wieder nicht dazu gekommen bin, dies, das oder jenes zu machen. Ich bin fast froh um jeden Regentag, weil dann Garten, Botanik und Hundespaziergang kürzer ausfallen können. Schließlich geht es beim Fotografieren auch ums Einordnen und Archivieren und gelegentlich einen Beitrag posten, um Freunde daran teilhaben zu lassen. Denn ja, es macht Spaß, deine Fotos anzuschauen und die Entdeckerfreude nachzuvollziehen! Aber ich könnte mich auch nicht auf eine Sache beschränken, dazu ist alles andere viel zu interessant. Es bleibt nichts anderes übrig, als mit dem Dilemma zu leben und von Tag zu Tag zu entscheiden, was gerade wichtig ist.

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    1. Danke, ja, das Dilemma bleibt.
      Keramisches Schaffen verlangt viel Zeit, genauso auch die Makrofotografie. Auf der Strecke bleibt das Lesen von Büchern. Es nimmt die hinterste Stelle ein. Und das wurmt mich!

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  4. Diese Wanzenart ist offensichtlich wirklich ganz besonders, auch weil sie dich dermaßen zum nachdenken über deine Leidenschaft der Insektenfotografie bringt, Gerhard.
    Meiner Meinung nach ist dabei doch nur wichtig, dass euer Familienleben sowie Zweisamkeit nicht darunter leidet und diese Art Sucht dich nicht zu abhängig macht. 😉

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  5. Ein hübsches Tierchen. Die Schlussfolgerung, dass es etwas hierzulande nicht gäbe, nur weil noch kein Fund offiziell irgendwo gemeldet wurde, habe ich mir inzwischen auch abgewöhnt.
    Aber dass man sich das Hinsehen und Wissenwollen abgewöhnen könnte, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

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      1. Du bist definitiv schlimmer als ich. 🙂
        Ich denke schon, dass die extreme Vertiefung etwas mit dem Einfluss auf den Dopaminspiegel zu tun haben könnte, aber ist die auflaufende Arbeit nicht wirksam genug, um vielleicht nur einen um den anderen Tag “auf Jagd” zu gehen? Man muss ja nicht immer gleich verzichten.

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        1. Ich betreibe Dinge gerne ausschliesslich.
          So war es mit Schach. Und so ist es jetzt mit Insektenfotografie.
          Bei anderen ist es Wissensanhäufung, bei (männlichen) Kindern das Gaming.
          Ich war früher im übrigen auch ein Läufer…das trieb mir aber bald mein Körper aus. 😉

          Bei einem Urlaub jüngst auf den Kanaren lies ich meine Kamera zuhause bewusst zurück. Das ging ohne Probleme.

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          1. Ja, das habe habe ich auch schon mal gemacht, dass ich auf die Kamera verzichtet und statt dessen gezeichnet habe. Es war allerdings von Vorteil, dass jemand anderes dann eine dabei hatte, denn ich hatte mich mit den raschen Ortswechseln sehr verschätzt, wieviel Zeit auch nur eine oberflächliche Skizze benötigt.

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  6. Weitermachen! Was man glaubt, gut zu können, ist vielleicht erst einmal ein Höhepunkt.
    Und davon kann man wahrscheinlich einiges reduzieren.
    Aber es könnte sein, daß man alles einmal aus einer anderen, neuen Perspektive sieht?

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      1. Ich glaube, mehr “Neues”kann man kaum finden. Aber geht es nur um “Neues”? Geht es vielleicht auch um einen “neuen Blick” auf die Wesen der Natur? Aber ich habe ja keine Ahnung, wie viel Erfahrung und Leidenschaft in all Ihren Fotos steckt.
        Ich dachte eher an etwas weniger Leidenschaft, etwas mehr Gelassenheit und Ruhe beim Betrachten. Dann werden die Insekten etwas Kleiner und die Umgebung etwas größer.

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  7. Es wäre tatsächlich ein großer Verlust, wenn du deine großartigen Insektenfotos nicht mehr bringen würdest. Andererseits verstehe ich auch dein Dilemma, denn man kann ja leider weder sich selbst noch seine Zeit vermehren.

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