Tagesgedanken XXVI

Das Leben auskosten…was versteht man darunter ?!
Wenn jemand in seinem Leben alles erdenkliche ausprobiert hat, alle möglichen Erfahrungen gemacht hat, dann gilt das Leben gemeinhin als “ausgekostet”. Dann ist man gottseidank “lebenssatt”.
Es gibt aber Leute, deren Hunger und Durst hört nie auf. “Aus”-gekostet ist in so einem Fall das Leben nie, es bleibt immer ein Rest.


Und was ist das auch für eine Einstellung, daß das Leben unbedingt “ausgeschöpft” sein muß?

Eine recht gängige Vorstellung, wie mir scheint. Es wird daher viel gereist, man will bestimmte entlegene Stellen auf der Erde gesehen haben, das hat man dann auf dem persönlichen KONTO, wenn es körperlich nicht mehr gehen soĺlte. Man lehnt sich dann wohl wohlig zurück, denn diese Orte hat man quasi intus.

Wird es so sein?

lch glaube eher nicht.

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25 thoughts on “Tagesgedanken XXVI

  1. Ich denke, jeder muss die Balance zwischen Zufriedenheit und Neugier für sich selbst finden. Ich muss nicht ständig unterwegs sein aber finde es trotzdem spannend, Neues zu entdecken. Aber das sagt sich halt auch einfach, wenn man das Glück hat, in einem schönen Zuhause zu leben. Eingepfercht in eine winzige Stadtwohnung würde ich das sicher anders sehen.

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    1. Selbst Leute mit einem schönen Zuhause suchen Abwechslung.
      Und ich bin mit einer schönen Begegnung oder Veranstaltung an einem Tag zufrieden. Da muss ich nicht noch etwas nachschieben.
      Aber andere bekommen gerade dadurch Hunger nach mehr. Ich kannte das früher auch.
      Jetzt bin ich eben genügsamer.

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  2. Ich denke schon, dass die Erinnerung an schöne Orte das Leben bereichern kann. Je mehr ich gereist bin, desto weniger verspüre ich inzwischen das Bedürfnis. Aber das mag bei jedem ander sein.

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  3. Es gibt schon noch Dinge, die ich gerne machen würde, Orte, die ich gerne sehen würde, aber ich hetze nicht von Umsetzung zu Umsetzung. Für mich ist das tägliche Leben wichtiger. Menschliche Versäumnisse wiegen für mich schwerer als nicht gesehene Orte

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    1. Meine Frau sagt manchmal: Was habe ich denn heute gemacht? Nichts!
      Dagegen hilft ein kleines Notizbuch, etwa so:
      11:15 Wasserpflanzen gesäubert
      11;22 Durchgang Garten
      11:28 Briefe geöffnet
      11:33 Dinge zurechtgerückt

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    1. Da gab es mal einen Film mit Belmondo – der spielte so einen Charakter, der von Termin zu Termin hetzte und trotz Warnzeichen so weiter machte, bis plötzlich die Leinwand schwarz wurde. Und nach einer Weile ging der Film weiter und man Trug ihn hinaus – in einer Kiste.

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  4. Als Ziel sehe ich es nicht, alles gesehen und erlebt zu haben. Für meine vielen unterschiedlichen Erfahrungen bin ich aber dankbar. Ohne sie wäre ich nicht die, die ich bin.
    Ziel ist für mich dauerhaft meine innere Mitte zu finden. Die Reise nach innen. Sie kostet nichts und ist doch unendlich kostbar.

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  5. Da sind Lebensentwürfe und -bedürfnisse sehr unterschiedlich. Historisch betrachtet waren nie mehr Möglichkeiten individuellen Gestaltens. Die Ablenkung und Verwirrung freilich auch nie größer, und das Bedürfnis, sich an den anderen „abzuarbeiten“, will sagen sie zu bewerten. Das „Richtige“ sprich: Passende liegt in einem jeden von uns, denke ich.

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    1. Vor 70 Jahren, ging man da schlafen, wenn man müde war oder “ging noch um die Dörfer”, wenn man die Konstitution hatte?! Mein Großvater soll am Samstagmorgen seine Töchter durch lautes Gespräch auf der Gasse aufgeweckt haben.

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  6. Das glaube ich in meinem Falle auch nicht. Ich kenne sie nicht, diese Gier, unbedingt das und jenes gesehen und erlebt zu haben. Ich freue mich, solange die Welt um mich herum ist. :–)
    Einen lieben Heutegruss,
    Brigitte

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