
Dieser Tage war ich auf einer Versammlung einer Schmetterlingsgruppe.
Ich war als Gast dieser Gruppe anwesend.
Gebündeltes Wissen und Erfahrung.
Dennoch konnte ich hie und da gut folgen.
Ein Thema war die deutliche Diskrepanz in der Farbgebung zwischen Raupen und den dazugehörigen Nachtfaltern.
Die Raupen waren oft bunt, die Nachtfalter eher nichtssagend..
Was für uns bunt ist, ist für tierische Angreifer wohl eher abschreckend.
Als letzten Schutz haben diese Raupen oft Ausstülpungen wie Äste, die Stachel suggerieren.
Beim Hinausgehen meinte ich zu einer Teilnehmerin, daß man, wenn man immer spezieller in seinem Wissen wird, es mit niemanden mehr teilen kann. ( Das wusste ich vom Schach her. Die Feinheiten dieses Spiels kann man dann nur noch mit Experten, die irgendwo weit weg wohnen, teilen. Das ist der Preis.)
Sie meinte, daß sie, um dem zu wehren, sehr breit aufgestellt sei.
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Ich erwähnte vorhin Schach. Erst vor vier Tagen erzählte ich einem Ornithologen von einer Situation im Schach in der Bundesliga. Ich hatte eine Partie verloren, Dr. Fahnenschmidt trat ans Brett hinzu und ich fragte ihn, den Nationalspieler, über die Qualität eines Zugs, den ich eigentlich hätte spielen wollen. Er antwortete nicht mit einer langen Erklärung, sondern machte eine etwas fahrige Geste, die heissen konnte, daß es da noch schneller gegangen wäre ( mit meinem Verlust).
Diese Geste half mir nicht. Erst eine gute Zeit später kam ich darauf, was er wohl mit sder spezifischen Handbewegung ausdrücken wollte. Es gab keine direkte Zugfolge, kein 1-2-3, die es zu bemerken galt, sondern eine allgemeine Verkümmerung meiner Situation wäre eingetreten. Und damit auf kurz oder lang auch ein Verlust.
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Beim Fotografieren der Mordfliege (ich berichtete) bin ich heftig gestürzt, aber wie durch ein Wunder blieb Mann und Kamera heil.
Als wäre mir das nicht eine Mahnung gewesen, bin ich 10 Tage später noch heftiger auf einer Treppe gestürzt. Beim Fallen dachte ich, während ich schrie, an alle möglichen Konsequenzen, wirklich an alle, aber ausser einem etwas lädierten Knie und dem Zerschlagen einer großen Keramikkugel ist nichts passiert.
Ich sollte das nicht ein drittes Mal probieren!
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Das kenne ich auch, dass einem mit zunehmendem Alter oft die Erde entgegenkommt und einem manchmal eine gehörige Abreibung erteilt. Das Leben ist u. A. auch eine Auseinandersetzung mit der Gravitationskraft.
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Das heisst, ich bin alt.
69,5 ist fast 70.
Manchmal denkt man, man wäre noch jung.
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Für mich bist du ein Yougster… 😉
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Hinzu kommt noch, daß ich oft für 60 eingeschätzt werde. Worauf ich mir aber nichts einbilde, es ist einfach so.
Gewöhnlich bezeichne ich Leute +- 5 Jahre als “in meinem Alter”.
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Oh ja, bitte achte beim Sinnieren und Philosophieren dennoch auf deine Füsse.
(Ist mir letztens leider auch passiert und auch bei mir blieb die Kamera heil und mir blühte für einige Zeit einzig ein Feilchen ums Auge, an dem die – nun etwas lädierte – Brille schuld war.)
Ich nehme mir auch vor, mit wacheren Augen zu flanieren.
Schönen Gruss,
Brigitte
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Mal schauen, wie ich es hinkriege 😉
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Offenbar ist fürs Stürzen keine Spezialisierung vonnöten. Das kann ich auch. Interessant deine Bemerkung, dass Spezialisierung an einem Punkt die Kommunikation mit Nichtspezialisten kaum noch möglich macht. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass ich mich nirgends bis zu diesem Punkt spezialisiert habe, sondern immer „breit aufgestellt“
sein wollte. Da ist die Gefahr eine andere: dass man zwar überall seinen Senf dazu geben kann, aber die Wurst muss ein anderer braten.
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Ich habe dort in der Gruppe von der “Bienenjagenden Knotenwespe” gesprochen, bin in ihrem Verhalten aber flugs auf den “Stahlblauen Grillenjäger” übergegangen. Keiner hats gemerkt oder mir übel genommen.
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Oha, ich kann weder bei Schach noch bei Schmetterlingen mitreden, aber von lädierten Knien kann ich ein Lied singen. Pass gut auf Dich auf!
Herzliche Grüße Hedwig
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Danke, Hedwig, ich werde es beherzigen. 🙂
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Das mit dem Stürzen würde mir, mehr als der Verlust eines Bauern beim Schach (oder war es ein Springer, ein Läufer?), Sorgen machen.
Ob die Ausstülpungen einer Raupe tatsächlich Stacheln suggerieren sollen? Das habe ich mich schon öfter gefragt. Für uns tun sie’s. Aber für ein Raubinsekt, einen Vogel? Die schreckt wohl mehr die Farbe, die Giftigkeit suggeriert (inzwischen haben die ersten Spatzen ja wohl die ekligen Buchsbaumzünsler probiert). –
Aber eigentlich wollte ich nur sagen, dass meine Kindergartengruppe dann weiterhin die Häschen- oder die Bärengruppe wäre, da ich wohl doch eher den Vertebrata verbunden bleibe, und nicht die bunte Schmetterlingsgruppe!
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Bärengruppe wäre auch gut. Dann Exkursionen in Gebiete unternehmen, wo welche sind. Besser als im Ötztal im Regen nach Schmetterlingen suchen…
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Sehe ich auch so, gestehe aber auch das Problem ein, dass ein unhandliches Tele (600er) dafür einem Makro deutlich vorzuziehen ist. Auf dem Rückzug zu stolpern wäre auch nicht ratsam.
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Pass bitte auf dich auf! Möchte deine Liebeserklärungen ans Schwirrgetier noch ein bisschen länger lesen 🙂
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Du wieder!
Schau gleich mal bei Dir nach 🙂
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Vielleicht etwas langsamer und aufmerksamer sein mit den Bewegungen?
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Da hatte sich etwas gelöst, das nicht fest war.
Nächstens schnippele ich nicht mehr an unzugänglichen Stellen im Garten.
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😊
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OMG, was für Sachen…Gebrüllt hatte ich auch, ein lädiertes Knie ebenfalls- und es ist noch immer nicht ganz heile. Eine ganzheitliche Ärztin meinte, ich solle Weißkohlblätter drauflegen ab und zu…
Pass nur gut auf dich auf.
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Ich rechnete wirklich mit dem Schlimmsten:-(
Mein Knie ist jedenfalls wieder heile. Hoffe, dein auch bald. 🙂
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