Eine Schreibeinladung von Christiane.

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christane
Eine fiktive Geschichte:
*
Nirgendwo zuhause zu sein, ein Gefühl der Unbehaustheit.
So beschrieb er sein Lebensgefühl.
Sehr schwermütig klangen diese Worte, wenn sie mal kamen. Oft unverhofft, mittendrin in sonstiger Unterhaltung.
Selten konnte man ein Lachen bei ihm erhaschen. Woher kam es wohl, dieses Lebensgefühl?
Wenn man graben wollte, lehnte er immer ab. Das wollte er nicht.
Nein, das Gefühl stehe für sich, habe sein eigenes Recht.
So war der Traurigkeit nicht beizukommen.
Das Gefühl war einfach ab und an da, sein treuer Begleiter durch die Tage.

und doch geht mir das Wort Unbehausheit immer weiter im Kopf herum.
Die Geschichte ist gut erzählt, Gerhard, passt zu diesen drei Worten.
Aber unbehaust klingt in meinen Ohren so seltsam. Mir kommt *verlaust*, zerzaust , in den Sinn, verwahrlost…
Klingt irgendwie nach einem verwahrlosten Haus, deshalb passt auch Christianes Bild so irre gut dazu.
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“Unbehaustheit” kannte ich vorher auch nicht.
Es gibt ja Menschen, die fühlen sich in ihren Wohnungen nicht wohl. Warum auch immer. Das schwebte mir im Sinn.
Ein Haus verwahrlosen lassen, es so nicht wirklich zu bewohnen, so wie Du das Hauptwort liest, ist eine andere schlüssige Variante.
Oder es “zweckentfremden”. Auch da gibt es Vorstellungen.
Ich dachte vorhin auch an die religiösen Pfahlsitzer, die jahrelang auf einem solchen hausten. Weiß nicht mehr, welches Jahrhundert.
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Christianes Foto zeigt ein vermutlich unbehaustes Haus, ein Haus, dem ich tatsächlich Unbehausheit zuordnen könnte, aber ich hatte dieses Wort auch nie gehört bisher *g*
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Es gibt sicher so manche Leserin und manchen Leser, der dieses Gefühl auch kennt.
Wenn vielleicht auch nicht so ausgeprägt. Mir ist es jedenfalls auch nicht ganz fremd.
Lieben Sonntagabendgruss,
Brigitte
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Du meinst vielleicht eher: “Nicht in sich selbst behaust sein”?! Das wäre noch eine leicht andere Variante.
Grundlose Traurigkeit kennt wohl jeder, denke ich.
Lieben Gruß
Gerhard
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Beim Lesen tut sich mir dieses beschriebene Gefühl als etwas auf, dass wie das Gegenteil von dem wirkt, das ich als redensartliches “Hausen” kenne: als unordentliches rücksichtsloses Sichaustoben.
und so erscheint mir der von dir beschriebene Mann als jemand von bewusster Zurückhaltung in jeglicher Hinsicht, nicht nur in dem Sinne, dass er nicht darüber reden möchte, sondern als einer, der glücklicher ist, nichts wirklich als Besitz zu beanspruchen, um darüber nach Gutdünken zu verfahren.
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Danke!
Ich habe diesen Menschen – wohl so wie Du – als sehr feinen Menschen vor Augen.
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Oh, what a sad story! And this on Sunday morning …
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Yes, youre right. But what to do with those threee words? 😉
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A difficult task indeed!
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Ein berührender Text, der zum Nachdenken anregt. Gefällt mir 🙂
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Danke, Christl. 🙂
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Okay, er hat das Recht, andere zu bitten, das “Graben” zu unterlassen. Trotzdem hat es einen Grund, wenn jemand das als ein grundlegendes Lebensgefühl bezeichnet. Wenn der*die damit glücklich ist, super. Aber man sollte sich klar sein darüber, warum/woher man es hat, um es ins Gleichgewicht bringen zu können, wenn es einen stört …
Guter Text, lieber Gerhard, mag ich sehr.
Liebe Grüße
Christiane 🙂
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Wie Du sagst: Es gibt Menschen, die wollen das wissen, andere verweigern sich dem.
Lieben Gruß
Gerhard
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ein feiner Text, gefällt mir sehr. Schwermut und ein Gefühl der Unbehausheit als lieber Begleiter. Ja. Auch das ist eine Quelle von … hm, was? lebendig zu sein?
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Es gibt dazu ein bewegender Jazzklassiker von Duke Ellington, hier gesungen von Billie Holliday:
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o, wunderbar, und sehr passend!
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