Beim Rundgang durch den Garten am 10.07.2019 entdeckte ich in einem Spinnennetz eine kleine Wildbiene, wohl 2 – 3 mm lang . Mir fiel sie trotz ihrer Winzigkeit auf, weil sie sich unablässig bemühte, das Netz verlassen zu können.
Ich erinnerte mich an HJ Schlichtings scherzhafte Frage zu einem früheren Post von mir, wieso ich das damals gezeigte Insekt nicht befreit hätte.
Das nahm ich zum Anlass, es diesmal anders zu machen 🙂

Sie war mit ihren Beinen an mindestens 3 Stellen mit “Kleister” mit den Spinnenfäden verbunden. Da half wirklich kein Ruckeln. Ganz aussichtslos. Eine weit grössere Biene konnte ich zwar mal dabei beobachten, wie sie sich befreien konnte, aber dieses Tierchen sicher nicht.
Die Herrin des Netzes war weit und breit nicht zu sehen. Sie hätte sicher abgewartet, bis die Kräfte des Insekts versagen.
Ich nahm ein Stöckchen und bot dem Insekt einen Übergang auf es an.

Das half noch nicht, denn selbst auf dem Stöcken angelangt, war es noch mit dem Kleister der Fäden verbunden.

Durch sachtes Wegziehen meines Stöckchens vom Netz sprengte ich die Fäden, die sie noch mit dem Netz verband.
Das Netz gab die Beute dabei nicht so ohne weiteres her – das merkte ich an der starken Dehnung des Netzes.
Nun war sie nur noch auf dem Stöckchen, allerdings durch zusammengeschnurrten(?!) Kleber behindert und auf dem Stöckchen festklebend. Im unteren Foto sieht man es.

Tapferes Ringen…
Ich legte das Stöcken ab, in der Hoffnung, es könnte sich selbst befreien:

Im Licht schaute ich mir das näher an. Der Fühler hängt am Stöckchen:
Daß es sich selbst befreien könnte, war sicher aussichtslos. Dieser Kleber ist eine Macht!
Ich legte das Stöcken wieder ab und suchte am Boden nach einem welken Blatt.
Mit einem solchen arbeitete ich vorsichtig an der Klebstelle.
Im Nu war das Tierchen befreit und flog keine 2 Sekunden später weg.
Etwas Kleister wird sicher noch am Fühler haften. Die Hoffnung ist, daß dieser Restkleister ihm nicht noch einmal zum Verhängnis wird.
Das Ganze , vom ersten Sichten, bis zur finalen Rettung dauerte gerade mal 4 – 5 Minuten!
Ich hatte mir 15 – 20 Minuten vorgestellt, aber die Kameradaten erzählen eine andere Geschichte.

Wie schön!
Und wie spannend!
Sowohl die geglückte Rettung der kleinen Biene, als auch die wunderbaren, dokumentarischen Fotos, mittels derer man alles genauestens verfolgen kann.
Ganz, ganz toll.
Grüße aus dem Bergischen Land…
von Rosie
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Danke Rosie!
Wir haben ein wenig den Kontakt verloren?! 🙂
Ich durch eine fast 3-monatige Odysee mit dem Internetanbieter meiner Frau Ende letztes Jahres, als ich jede Lust verlor und auch generell ans Aufhören des Bloggens dachte.
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Gut, dass du es nicht gemacht hast! So hätte ich nicht deinen schönen Artikel lesen können!
🙂
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Das freut mich!
Es ist schon viel Aufwand, das Bloggen, vornehmlich eben die ganze Aufbereitung eines neuen Artikels. Für Aussenstehende kaum zu verstehen.
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Genau so ist es.
Es macht aber auch viel Spaß und Freude.
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Hallo Gerhard!
Die Kommentare schwanken zwischen retten, fressen lassen und wozu der Aufwand. Ich glaube, wir kapitulieren vor den notwendigen Rettungsversuchen, sei es die Verkehrslawine, das Abschmelzen der Gletscher, die Hungersnöte, die Fluchtbewegungen u.v.a.. So flüchten wir uns in ein neues Biedermeierzeitalter…
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Franz, noch sind wir nicht im Biedermeiertum angelangt, wir wehren uns, wollen nicht kapitulieren.
“Wer sich aufgibt hat verloren”.
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Nun hast du die Bildbiene gerettet. Und die arme Spinne muss hungern…
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Nein, keineswegs. Ich habe die Minispinne entdeckt, sie ist max. 2 mm groß und hat diverse Insekten mit 1 mm Grösse im Netz.
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Spannend wie ein Krimi, dazu tolle Aufnahmen!
Aaaber Spinnen müssen nun einmal auch fressen und auch wenn es grausam erscheinen mag, ich schreite in diese Kette von fressen und gefressen werden nicht ein …
liebe Grüsse
Ulli
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Ich auch nicht.
Aber dieses eine Mal musste es sein 🙂
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Well done! Lehrreich und spannend und toll bebildert.
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Thank you, Dina! It all worked out well 🙂
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Ich schließe mich den Kommentaren der anderen an, was für eine spannende bebilderte Heldengeschichte – nochzumal Du ja vorsichtiges präzises Händchen gehabt haben musstest, um weder die Biene bei ihrer Rettung zu verletzen noch das Netz der Spinne komplett zu zerstören. Hut ab und schöne Grüße
Agnes
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Das Netz der Spinne besteht nachwievor und den Fühler konnte ich befreien.
Hat echt Freude bereitet!
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Du bist ihr Lebensretter! Eine tolle bebilderte Heldengeschichte ist das: bravo!
Lieben Gruss,
Brigitte
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Da half alles mit 🙂
Danke, Brigitte!
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Wieder hätte sich Albert Schweitzer über deine gute Tat sehr gefreut. Ich aber auch …
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Ja, Albert Schweitzer!
Danke für die Erinnerung an Deine gute Serie über ihn.
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Du bist ein wahrer Held, ich bin stolz auf Dich!!!
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Anna-Lena, im Kleinen habe ich geholfen. 🙂
Der Spinne wird es nicht an Nahrung fehlen…
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Ich finde es schon wichtig, in Not zu helfen, ob beim Menschen oder beim Tier, da sollte man keine Unterschiede machen. Wenn sich Spinnen bei uns ins Haus verirrt haben, tragen wir sie auch heraus, das ist keine große Sache und was mit unserer Tierwelt so los ist, wieviele Arten bedroht sind, wissen wir ja.
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Es ist eine Geste!
Auch eine Geste ist es, daß wir höchstens noch einmal im Jahr fliegen werden.
Allmählich werden die Gesten der Menschen zahlreicher, wie es scheint. Immerhin.
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Ja, immerhin, das ist doch ein Hoffnungsschimmer 🙂 .
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Die Klebekräfte und Elastizität von Spinnfäden ist schon fantastisch. Solche Befreiungen können gelingen, aber manchmal auch nicht, man weiss ja oft auch nicht, wie lange das Opfer sich schon erschöpft hat.
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Das Klebezeug ist tatsächlich fatal.
Das Bienchen war in diesem Falle noch rege. Und wie.
Zwei Stunden später wäre es anders gewesen und dann hätte sich die Herrin genähert.
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eine höchst spannende Geschichte, die du da mit Superfotos dokumentiert hast. Klasse!!
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4 Minuten Fotografie und mind. 2 Stunden Arbeit danach, aber es hat sich gelohnt. 🙂
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Schöne Fotos. Schönes Beispiel für subjektive Zeitwahrnehmung. Ich bin auch immer komplett erstaunt, wenn ich die Zeiteinträge der Bilder mit meiner Wahrnehmung vergleiche. Und es überrascht mich, dass die Biene wegfliegen konnte. Ich habe einmal einer Hummel aus einem Spinnennetz geholfen, aber die ist nicht wieder mobil geworden.
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Es war offenbar nach der Befreiung nur eine einzige Stelle, an der sie weiter klebte.
Ich sah mal im I nternet die Befreiung eines Springbocks aus dem Zugriff eines Krokodils durch ein Nilpferd. Die Befreiung half dem Tier letztlich nicht , denn der Lauf war gebrochen.
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Bravo!! 🙂
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Sie hat es mir gedankt!
Durch Zutrauen in meine ärztliche Fähigkeiten und ihre Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen.
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