Einige Notizen zum Berlinale-Siegerfilm der Regisseurin Ildikó Enyedis :
“Körper und Seele”.
Mária und Endre lernen sich an an ihrem Arbeitsplatz, ausgerechnet einem Schlachthof kennen. Beide sind sehr zurückgezogen und introvertiert. Dennoch nähern sie sich an, auf sehr zögerliche Weise. Verbindendes Element ist die Magie eines gemeinsamen Traumgeschehens: Sie träumen von Begegnungen einer Hirschkuh und eines Hirsches im Wald.
So manches Element des Films rührte mich an:
Die wortlose Begegnung der Tiere im Wald, im Schneegeschehen. Die Verbindung der Tiere auf sparsame Weise.
Die Isolierung und das Zurückgezogensein der beiden Akteure, die sich so treffend in ihren Gesichtern und ihren Körpern spiegeln. Der ausgemergelte Endre, sein beherrschter Mund, der meist geschlossen ist und sich auch beim Sprechen nicht wirklich öffnet. Mária als autistisch wirkende Frau, die viel Angst hat und in allem vorsichtig ist. Sie ist in die Welt gesetzt und muß sich behaupten.
Der viel ältere Endre bemerkt die Integrationsschwierigkeiten der jungen Mária an ihrem neuen Arbeitsplatz und versucht sie hereinzuholen. Sehr gefühlvoll geht er mit ihr um, weiß er doch selbst, wie es ist, am Rand zu stehen.
Beide wollen trotz Angst ihre Isolation aufheben und nähern sich zaghaft aneinander an.
Ihre Liebe zueinander merken sie erst recht spät, fast zu spät.
Für mich ist der Schluß, als ihre Liebe zu gelingen scheint, unerwartet angesichts der großen persönlichen Einschränkungen, die sie mit sich schleppen.
Aber der Glaube an Überwindbarkeit selbst von großen, manifesten Schwierigkeiten ist das Thema des Films.
Man glaubt gerne, daß so etwas möglich ist, immer wieder.

Deine Beschreibung ist sehr interessant und macht neugierig auf den Film .
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Danke dir!
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Der Film steht bei mir auch auf der Agenda…👍 will ich mir unbedingt ansehen. Schöne Grüße.
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