Nichts verpassen

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

*

Er lebte nicht in Zeitlupe. Nein, ganz im Gegenteil. Behäbig waren andere, er war auf maximalen und ständig wechselnden Inhalt seines Lebens aus.

Er hastete von Geschäftstermin zu Geschäftstermin, alles im Sauseschritt. Keine Party lies er aus, er war darauf bedacht, dort wenigstens kurz zu erscheinen und seinen Freunden dort auf die Schulter zu klopfen.
Eigentlich war er überall und nirgends zu finden.
Schlaf war ihm lästig, der raubte ihm nur Zeit.

Er verprasste seine Gesundheit, das war ihm wohl klar. Aber bisher ging ja alles gut. Er versuchte sogar, noch einen Zahn zuzulegen. Wieso auch nicht?!

Mitten im Geschehen war plötzlich die Leinwand schwarz. Was war dem Kinohelden, dessen Treiben man aus dem Kinossessel gerade atemlos verfolgt hatte, geschehen?
Die Auflösung kam sogleich: Man trug ihn im Sarg hinaus.
Das war das Ende eines Films mit Jean-Paul Belmondo.



13 thoughts on “Nichts verpassen

  1. Ja, man sagt das immer nur jungen Leuten nach, Stichwort FOMO (Fear Of Missing Out), aber es gibt viele, die keine innere Ruhe finden und immer nur unterwegs sein müssen … 🤔
    Danke für die zweite Etüde des neuen Durchgangs! 👍
    Regenkaffeegrüße, nach wie vor 🌦️🌻☕🍪👍

    Liked by 2 people

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